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Systematische Sammlung

Schausammlung

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Ansicht der Systematischen Sammlung mit den historischen Schauvitrinen und der Montage eines Ichtyosauriers der Gattung Ophthalmosaurus (Abguss).

Die Vielfalt des Lebens

In der Systematischen Sammlung haben wir die Vielfalt des Lebens ("Biodiversität") in der erdgeschichtlichen Vergangenheit ausgestellt, die durch die unglaubliche Formenfülle der Fossilien von Pflanzen, Wirbellosen und Wirbeltieren fasziniert. Wir beschränken uns nicht auf wenige ausgewählte Stücke wie in "modernen" Museen, sondern schöpfen aus dem Vollen.

Die Fossilien sind nach ihrer systematischen Zugehörigkeit angeordnet, weshalb der Saal traditionell als die Systematische Schausammlung bezeichnet wird. Apropos traditionell: die Objekte und ihre Aufstellung bzw. Beschriftung sowie die Vitrinen stammen aus dem Jahre 1910. Allerdings wurde die gesamte Ausstellung restauriert.

Für Fossiliensammler bietet sich die Systematische Sammlung durch die Fülle des ausgestellten Materials als Hilfe bei der Bestimmung Ihrer Funde an. Allerdings wird man feststellen, daß nicht alle Ettiketten dem aktuellen Stand entsprechen - ein Spiegel des wissenschaftlichen Fortschritts der letzten 90 Jahre.

Das Museum im Museum

Unsere systematische Schausammlung ist eine der wenigen noch in Deutschland erhaltenen und dokumentiert das museale Ambiente des 19. Jahrhunderts. Sie war schon zur Zeit ihrer Einrichtung (1910) altmodisch, wurde doch für naturgeschichtliche Museen bereits um 1870 eine Trennung der wissenschaftlichen Sammlungen von der Schausammlung propagiert. Diese Trennung ist hier noch nicht vollzogen, da die wissenschaftliche Sammlung in den Unterschränken lagert. Konzeptionell spiegelt der Saal also die Gründungsepoche des Museums unter G.A. GOLDFUß (Direktor von 1818 bis 1848) wider.

Dazu ein Zitat des berühmten amerikanischen Evolutionsbiologen und Paläontologen Stephen J. GOULD:
“Ich würde den Kabinett-Stil nicht verteidigen, wenn solche Museen nur eine verdienstvolle Vergangenheit ehren würden. Nein, sondern ich unterstütze diese Philosophie des möglichst vollständigen Ausstellens als eine aktuelle und aufregende Alternative, die immer noch fähig ist, das Interesse (und das Staunen) jedes neugierigen Zeitgenossen zu erregen. Ich spreche mich also für diese altmodischen Museen aus, weil sie in unserer heutigen Welt toll sind. An erster Stelle bieten sie einen Reichtum an Vielfalt dar, der sonst nirgendwo zu finden ist."

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